Rechnungsprüfung & Verbrauchskontrolle


Mit dem Bezug von Energie als Geschäftskunde sind eine Reihe von Tätigkeiten verbunden, die Sie regelmäßig durchführen sollten. Hierzu zählt in erster Linie die Prüfung der monatlichen Rechung. Sollten Sie keine monatliche Rechnung erhalten, sondern „nur“ monatliche Abschläge bezahlen, werden Sie voraussichtlich als sogenannter „Tarifkunde“ oder „Standardlastprofilkunde“ versorgt und haben keine Leistungsmessung. Dann treffen die meisten der folgenden Darstellungen nicht auf Sie zu.

Grundlage einer „ordentlichen“ Rechnung sollte der jeweilige Monatslastgang sein. Ihr Lieferant bekommt Ihre Verbrauchsdaten vom jeweiligen Messstellenbetreiber zugesandt, denn die Ablesung Ihrer Verbrauchswerte darf Ihr Energielieferant nicht selber durchführen. Sobald der Lastgang vorliegt, ist Ihr Energielieferant in der Lage, die Messwerte nach den jeweils vereinbarten Schaltzeiten auszuwerten und Ihnen den Verbrauch in Rechnung zu stellen. Immer wieder kommt es bei der Rechungsstellung zu Verzögerungen, weil Ihrem Lieferanten schlichtweg keine Verbrauchsdaten übermittelt wurden. Sollte der Netzbetreiber diese Daten nicht fristgerecht zustellen schadet er damit dem Lieferanten. Aber nur böse Zungen würden behaupten, dass ein Netzbetreiber einem anderen Lieferanten schaden wolle.....

Insgesamt lässt sich sagen, dass etwa 15-20% aller Rechnungen Fehler enthalten. Tendenz leider nicht fallend. Hier ist also ein wachsames Auge gefragt.

Schwachstellen sind entweder eine falsche Datengrundlage – weil Ihnen schlichtweg ein falscher Lastgang zugeordnet wurde oder die Daten fehlerhaft im Abrechnungssystem erfasst wurden.

Da werden steuerliche Abgaben extra berechnet, die laut Angebot und Vertrag inklusive sein sollten oder es wurde vergessen eine Preissenkung umzusetzen. Man kann nicht immer Vorsätzlichkeit unterstellen, denn im Zuge immer komplexer werdender Anforderungen und Tarifoptionen steigt die Chance dass sich Fehler einschleichen.

Tipp: Legen Sie sich eine Vergleichstabelle an und erfassen Sie regelmäßig Ihre monatlichen Verbräuche. Nur so können Sie schnell erkennen, wenn die abzurechnende Menge stark von historischen Werten abweicht.

Vergleichen Sie dabei die Verbrauchsmengen unterteilt nach HT (Tagstrom) und NT (Nachtstrom) und Ihre Leistung. Im Bezug auf die Abrechnung der Leistung sollten Sie überprüfen, welche Abrechnungsmodalitäten vertraglich vereinbart wurden. Die üblichen Regelungen sehen die Abrechung der höchsten aufgetretenen Leistungsspitze des Jahres in allen monatlichen Rechungen vor. Alternativ wird als Abrechnungsleistung auch das Mittel aus 2 oder 3 Höchstleistungen des Jahres angeboten. Darüber hinaus existiert die Abrechungsform eines Monatsleistungspreises, bei dem Sie jeden Monat nur die Leistung bezahlen, die Sie tatsächlich genutzt haben. Bei dieser Form der Abrechung, die auf den 1. Blick sehr kundenfreundlich wirkt, sei ein Hinweis erlaubt: Ihr Lieferant muss an den Netzbetreiber die höchste Leistungsspitze des Jahres in Form der Netznutzungskosten bezahlen. Er trägt also mit einem Monatsleistungspreis das Risiko, Ihnen nicht alle Kosten aus der Netznutzung weiterberechnen zu können. Dieses Risiko lässt sich ein Energielieferant jedoch bezahlen und so preist er es von Anfang an in Ihre Kosten mit ein.

Geprüft werden kann eine Rechung immer auf Grundlage des Lastganges, der wie bereits beschrieben, Grundlage Ihrer Rechung ist.

Achten Sie ebenfalls auf die sich regelmäßig ändernden steuerlichen Abgaben der EEG und KWKG. Vor allem die EEG Abgabe verändert sich zum Teil monatlich. Die in der Praxis sehr schwierige Prüfung der EEG lässt sich auf Grundlage der Veröffentlichungen auf der Internetseite der BDEW.de (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.) im Bereich EEG Prognosen vereinfachen.

Die KWKG Abgabe wird allgemeingültig für ein Jahr festgelegt. Bei einem unterjährigen Lieferantenwechsel sollten Sie genau hinsehen, ob die KWKG-Abgabe mit dem vollen oder dem reduzierten Satz abgerechnet wird. Sie müssen für 100.000 kWh pro Jahr den vollen Satz bezahlen. Manche Versorger berechnen jeden Monat ein 12tel der 100.000 kWh voll und den Rest reduziert, andere Lieferanten berechnen Ihnen die ersten 100.000 KWh des Jahres voll und danach alle weiteren Kilowattstunden nur noch den reduzierten Satz. Bei einem Wechsel z.B. im September kann es passieren das der neue Lieferant Ihnen erneut 100.000 KWh voll berechnet.

Achten Sie, falls Sie Vergünstigen für Ihren Energiebezug bewilligt bekommen haben (z.B. durch einen Erlaubnisschein zur Entnahme von steuerreduziertem Strom) darauf, dass der korrekte Stromsteuersatz berechnet wird.

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