Wahl des Abschlusszeitpunktes

Fast alle Energieversorger sind reine Handelsunternehmen, denn die Produktion von Strom erfolgt fast ausschließlich in den Kraftwerken „der 4 Großen“ am Markt (RWE, ENBW, E.ON, Vattenfall). Auch im Gas gibt es nur sehr wenige Produzenten die den Markt dominieren.

Der Einkauf von Strom und Gas für Energieversorger erfolgt zunehmend über die Energiebörsen in Deutschland (EEX) und der europäischen Nachbarstaaten.

Um nun zu einem möglichst günstigen Preis seine Energie zu beschaffen sollte die Börse niedrig sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt also im Abpassen des richtigen Zeitpunktes. Die Bewertung der jeweilig aktuellen Marktdaten ist eine komplexe Angelegenheit, da die Preisentwicklung von einer Reihe Faktoren bestimmt wird. Die Entwicklung der Ölpreise und die Abhängigkeit der CO² Zertifikate spielen neben der gesamtwirtschaftlichen Lage in Europa eine zentrale Rolle für die künftig zu erwartenden Handelspreise. Hier sollten aktuelle Marktdaten und Prognosen von Banken und „Wirtschaftsweisen“ zur Bewertung der künftigen wirtschaftlichen Lage herangezogen werden.

Da wir uns in einem europäischen Verbundnetz befinden haben auch regionale Ereignisse in unseren Nachbarländern einen Einfluss auf die Entwicklung unserer Energiehandelspreise. So kann z.B. die Börse in den Sommermonaten mit steigenden Preisen auf hohe Temperaturen in Spanien oder Italien reagieren, da durch die Hitze die benötigte Kühlung der Kraftwerke nicht 100% zur Verfügung steht. Das führt zur Verknappung der Stromproduktion und damit zum Anstieg der Preise. Leider auch der Preise für folgende Lieferjahre, auch wenn die genau genommen keinen Bezug zur jeweils aktuellen Problematik haben.

Sie sollten versuchen die Bewegungen der Börse nachzuvollziehen und vermeiden, dass Sie beispielsweise auf Grund des oben gezeigten Szenarios für die Zukunft zu viel bezahlen. Beschäftigen Sie sich regelmäßig mit der Entwicklung der EEX und versuchen Sie die Entwicklung der Handelspreise in Relation zu aktuellen Geschehnissen zu setzen. Damit werden Sie Ihr Gespür für den richtigen Zeitpunkt schärfen.

Alternativ lässt sich dass Risiko einer Fehlentscheidung durch Veränderungen in der Einkaufsstrategie minimieren. Hierzu verteilen Sie zum Beispiel den Einkauf auf mehrere Päckchen (ähnlich einem monatlichen Sparfond). Das streut das Risiko, bedarf aber einer intensiveren Bearbeitung.

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