Preisvergleich der Angebote
Liegen Ihnen verschiedene Angebote von Energieversorgern vor, müssen Sie auch beim Preisvergleich einige Faktoren berücksichtigen. Die Angebote haben in der Regel mehrere Preisbestandteile, die richtig addiert den Gesamtpreis ergeben. Was einfach klingt erweißt sich in der Praxis immer wieder als komplexe Problematik.
Achten Sie vor allem beim sogenannten Arbeitspreis auf die Verteilung von Tag- (HT) und Nachtstrom (NT). Diese Verteilung wird durch die sogenannten Schaltzeiten geregelt. Haben Sie Angebote mit unterschiedlichen HT und NT Preisen müssen Schaltzeiten angegeben sein. Falls nicht, sollte Sie das stutzig machen. Durch die Auswertung Ihres Lastganges nach den jeweils im Vertrag stehenden Schaltzeiten können Sie sehr schnell überprüfen, ob das jeweilige Angebot den Vergleich hält, oder sich doch als zu teuer entpuppt. Gerade in diesem Punkt versuchen einige Energieversorger ihren Kunden günstige Konditionen vorzugaukeln. Die böse Überraschung erhält man erst wenn der Vertrag bereits läuft. Ausstieg, erstmal, unmöglich.
Die Netznutzungsentgelte sollten bei allen Anbietern ausgewiesen und einheitlich sein. Falls eine Angabe fehlt, sollten Sie nachhaken und die jeweiligen Anpassungsmodalitäten im Falle einer Netzentgeltänderung genau prüfen. Auch hier sollte Chance und Risiko gleichermaßen für beide Vertragspartner gelten. Sie finden die für Sie geltenden Konditionen auf der Internetseite Ihres Netzbetreibers (Vor-Ort-Versorger – Bereich: NETZ).
Unterschiedliche Netznutzungsentgelte ergeben sich vor allem dann, wenn Ihre Angebotsanfrage gerade mit wechselnden Netzentgelten kollidiert. Da kann es schon vorkommen, dass ein Teil der Versorger mit den alten und der andere Teil mit den neuen Entgelten arbeitet. Dann müssen Sie entweder die Angebote selbst umrechnen oder sich das Angebot auf einer anderen Grundlage erstellen lassen. Letzteres funktioniert kaum, da die Vertriebsmitarbeiter Ihnen nur Angebote auf Grundlage ihrer eigenen Datenbank liefern können. Somit müssen Sie in solchen Fällen selber ran, damit Sie das Risiko eines Fehltrittes minimieren.
Die Überprüfung der Netznutzungsentgelte im Bereich der Leistungspreise ist sehr wichtig, da diese einen deutlichen Anteil Ihrer Gesamtkosten ausmachen. Die von Ihnen jeweils zu zahlenden Leistungspreise sollten denen der Netznutzung entsprechen. Das macht später die Rechungskontrolle einfacher und birgt kein Risiko von Kostenabweichungen, wenn Ihre tatsächliche Leistung von der Planmenge abweicht.
Berücksichtigen Sie dabei auch die Anschlusskapazitäten Ihrer Zuleitung aus dem Stromnetz. Informationen zu den technischen Bedingungen finden Sie im Netzanschlussvertrag, der Ihnen vorliegen sollte.
Zur Überprüfung der Messpreise benötigen Sie ebenfalls eine genaue Spezifikation Ihrer Messeinrichtung sowie der Angabe auf welchem Wege die Auslesung Ihrer Verbrauchswerte erfolgt.
Ebenso unterscheiden sich viele Angebote in der Form, wie steuerliche Abgaben berechnet und berücksichtigt werden. Was bei dem einen inklusive ist, schlägt der andere oben drauf. Da kommen schnell Differenzen von 1-2 Cent pro KWh zusammen. In der Regel weniger bedeutend, aber nicht unwichtig ist die Konzessionsabgabe die eigentlich in den Preisen von HT und NT enthalten sein sollte. Achten Sie auch hier darauf, dass der jeweilige Aufschlag korrekt berücksichtigt wurde. Vor allem bei kleineren Kunden mit geringen Leistungen besteht das Risiko einer Anpassung der Konzessionsabgabe von 0,11 ct/kWh (Sonderverträge) auf über 2 ct/kWh (Kleinstverbraucher) falls die abgenommene Leistung bestimmte Grenzen unterschreitet. Da kommen bei 100.000 KWh schnell mal 2.000 Euro Nachzahlung auf einen zu.
Der Preisvergleich im Gas hat darüber hinaus noch weitere Tücken zu bieten. Sie müssen eine Vergleichbarkeit herstellen die bei Formelpreisangeboten alle Parameter entsprechend berücksichtigt. Denn Formelpreisangebote (in der Regel Quartalspreise) sind auf den ersten Blick günstiger als Festpreisangebote. Ob sie in der Realität auch wirklich besser sind, lässt sich nur dann vorhersagen, wenn Sie alle Formelparameter getrennt bewerten können.


